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Hans Vöcking (Hg): Nostra Aetate und die Muslime
Eine Dokumentation
Herder 2010 - 177 Seiten
ISBN 978-3-451-30391-3
12,95 € (Bestellungen über den Buchhandel)
Am 28. Oktober 1965 wurde die Erklärung auf der letzten Sitzung des II. Vatikanischen Konzils (1962-1965) in feierlicher Schlussabstimmung mit 2221 Ja gegen 88 Neinstim-men angenommen und sie wurde noch am gleichen Tag feierlich verkündet. Am 8. De-zember wurde Nostra Aetate von Papst Paul VI und den Konzilsvätern unterschrieben.
Aktuelle politische und wirtschaftliche Entwicklungen ändern die Gesellschaft in der gan-zen Welt. Menschen aus unterschiedlichen Kulturen und Religionen vermischen sich und stellen neueFragen. War Europa bis vor etwa 50 Jahren mehrheitlich christlich, so ist die heutige europäische Gesellschaft interkulturell und multireligiös geworden. Die katholi-sche Kirche nimmt diese Entwicklung wahr und sie muss deshalb auch klarstellen, in welchem Verhältnis sie zu den anderen Religionen steht. Nostra Aetate ist die erste Antwort in der Begegnung mit Menschen anderen Glaubens.
Unter den Texten des II. Vatikanischen Konzils hat Nostra Aetate heute Hochkonjunktur, obwohl die Erklärung das kürzeste Dokument ist. 45 Jahre nach dem Konzil hat der in-terreligiöse Dialog einen wichtigen Platz im Tätigkeitsbereich der Kirche und der Gesell-schaft eingenommen. Grund dafür sind sowohl die weltweite politische und wirtschaftli-che Entwicklung als auch das Bemühen der Päpste Johannes-Paul II und Benedikt XVI. Als Beispiel sei an das Treffen Papst Johannes Paul II. mit den muslimischen Jugendli-chen in Casablanca 1985, an das Friedensgebet in Assisi (1996) und an die Rede von Papst Benedikt XVI in Regensburg (2006) erinnert.
Die vorliegende Dokumentation würdigt nicht die ganze Erklärung über das Verhältnis der Kirche zu den nichtchristlichen Religionen. Sie beschränkt sich auf den Artikel 3, der den Dialog mit den Muslimen thematisiert. Dieser Abschnitt beschreibt im ersten Teil den Glauben der Muslime. Im der zweiten Hälfte werden einige praktische Hinweise für die Zusammenarbeit gegeben. Christen und Muslime sollen die „Zwistigkeiten und Feind-schaft der Vergangenheit beiseite lassen“ und sich aufrichtig um gegenseitiges Ver-ständnis bemühen. Gemeinsam sollen sie sich für die Förderung der „sozialen Gerech-tigkeit, der sittlichen Güter und des Friedens und der Freiheit für alle Menschen“ einset-zen.
Die Erklärung ist der einzige Text, der während des Konzils entstanden ist. Er ist ein Text des Konzils und ist von der Dynamik der Synode geprägt. Die Autoren dieser Dokumen-tation beschreiben die spannungsreiche Entstehungsgeschichte und die Wirkungsge-schichte sowie den Einfluss von Nostra Aetate auf die Theologie der Religionen. Darüber hinaus fordert diese Erklärung auch die Muslime heraus, die sich im Dialog mit Christen engagieren, um gemeinsam das Zusammenleben von Muslimen und Christen friedlich zu gestalten.
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