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Stiftungspreis an Nachwuchswissenschaftler verliehen
Seit 2003 führt das "Theologische Forum Christentum – Islam" an der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart interreligiöse Fachtagungen durch. Im Juli vergangenen Jahres gab es zusätzlich eine Studienwoche für muslimische und christliche Studierende, um ihnen die Wichtigkeit eines Studienschwerpunktes bewusst zu machen, der sich mit christlich-islamischen Beziehungen beschäftigt. 24 junge Menschen kamen deshalb nach Stuttgart-Hohenheim. Zu dem Tagungsthema "Christlich-islamische Beziehungen im europäischen Kontext" sollten sie am Schluss einen Essay im Rahmen dieses Themenkomplexes schreiben.
Die Stuttgarter Katholische Akademie fand für dieses Unternehmen in der Georges-Anawati-Stiftung einen Partner, der mit der Auslobung von Preisen diese textliche Nacharbeit zu einem Wettbewerb machte. Die Georges-Anawati-Stiftung hat es sich zur Aufgabe gemacht, Begegnungen von Christen und Muslimen zu fördern, die das interreligiöse und interkulturelle Zusammenleben als gesellschaftliche Verpflichtung erkennen lassen. Innovative Projekte sind dabei besonders interessant, wie bei diesem Essay-Wettbewerb.
Amin Rochdi erhielt in Stuttgart den ersten Preis der Georges-Anawati-Stiftung in Höhe von 500 EUR für seinen Essay "Von Schweinefleisch wird mir immer schlecht". Der Bayer, der im Sommer sein Lehrerstudium (Deutsch, Geschichte, islamische Religion) beenden wird, führt die Leser vom Schweinefleisch in die Schule, entdeckt dabei die Wichtigkeit des Religionsunterrichts, kommt von da selbstkritisch zu den Religions-Kenntnissen von Christen und Muslimen im Zusammenleben, fragt nach der angemessenen Gestaltung dieses Unterrichts für die Praktizierung eines reflektierten Islams und hält Ausschau nach Bundesgenossen.
Der zweite Preis von 400 EUR ging an die Berliner Studentin der evangelischen Theologie Sandra Lenke. Sie setzt in ihrem Essay "Nicht Herr im eigenen Haus? Christliche Selbstbesinnung als Beitrag zum interreligiösen Dialog" bei der neuen Islam-Handreichung der EKD von 2006 "Klarheit und gute Nachbarschaft" ein und fragt nach der angemessenen Dialoghaltung. Sie sucht nach einem Dialog-Modell, bei dem so mit Differenzen umgegangen wird, dass sie ohne Übergriffe auf die Identität und das Selbstverständnis des Anderen vorgenommen werden. Philosophische Untersuchungen zum Umgang mit dem Fremden erscheinen ihr hilfreich, um zu einem neuen Dialog-Ansatz zu kommen.
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